Ausgrenzung macht krank: Homosexuellenfeindschaft und by Jörg Hutter

By Jörg Hutter

Die klassischen Untersuchungen der Sozialmedizin stellen häufig die Frage nach dem Bedingungszusammenhang von Krankheitsentstehung und gesellschaftlichen Verhältnissen. Neu an dieser empirischen Untersuchung ist, daß diese Problemstellung erstmalig auf die Krankheitsverteilung von Aids angewendet wird. Die Bremer Forschergruppe hat zu diesem Zweck mehrstündige biographische Interviews mit 111 homosexuellen Männern geführt. Die Resultate dieser wissenschaftlichen Studie sind brisant, ja dramatisch: In statistisch hochsignifikanter paintings und Weise unterscheiden sich die Lebenserfahrungen der infizierten von denen der nichtinfizierten Männer. Für viele Männer führte der Weg von besonders homophoben Lebensbedingungen direkt zur HIV-Infektion und zum abschließenden Aids-Tod.

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Nach meiner Vorstellung sollte er so aussehen: blond, schOn schlank, schOne glatte Haul, schOnes ovales Gesicht, wohlproportioniert. , Betriebswirt: Gr06, maskulin, zwischen 35 und 45, gute Lederkleidung, eng anliegend, sodass man das Geschlechtsteil deutlich erkennen kann. , Vertreter: Fasziniert baben mich an Jungs die Kleider. Mein erster Blick ging auf die Gesamtstatur, der zweite aufs Gesicht und der dritte auf die Fingernagel. Wenn alles zusammen gestimmt batte, war das ein Typ fUr mich. Was der im Kopf hatte, war unwesentlich.

Kontrollstrategien hinsichtlich der diskreditierbaren Informationen tiber die sexuelle Andersartigkeit. Darauf zielen Fragen wie: Eroffnet sich der Betreffende situationsabhangig oder prinzipiell? Antizipiert er mogliche negative Reaktionen seiner Umgebung? Verheimlicht er die diskreditierbare Information effektiv? Wie reagiert er in schwierigen, kompromittierenden Situationen? FUr den sexuellen Handlungsstil boten sich ebenfalls zwei idealtypische Aspekte an: • Handlungsorientierungen in der intimen Interaktion: Wir wollten erfahren, tiber welche normativen Standards hinsichtlich der Strukturierung und Deutung sexueller Interaktionen der Befragte verftigt.

In dem Moment war ieh vollig perplex, es war beschlimend. Ieh hab das dann nieht bestiltigt. teren Gespraeh hab' ieh ihr gesagt: Mutter, ieh verkehre in anderen Kreisen. Typus A: gliedschwul 45 Der indifferente Umgang mit der eigenen Andersartigkeit kann dazu fiihren, dass die eigene Homosexualitat preisgegeben wird, obwohl objektiv gesehen keine Notwendigkeit fUr eine solche Offenbarung besteht. Die betreffenden Manner sehen sich dann - wie in folgendem Beispiel - in die Enge getrieben und reagieren vollig unbedacht.

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