Älter werdende und ältere Frauen heute: Zur Vielfalt ihrer by Monika Reichert, Nicole Maly-Lukas, Christiane Schönknecht

By Monika Reichert, Nicole Maly-Lukas, Christiane Schönknecht

Die meisten älteren Menschen sind Frauen. Doch dies findet in der gerontologischen Forschung und Literatur (noch) nicht hinreichend Beachtung. Der vorliegende Sammelband möchte dieses Defizit vermindern und rückt älter werdende wie ältere Frauen und ihre heterogenen Lebenslagen explizit in den Mittelpunkt der Betrachtung.

Neun Wissenschaftlerinnen legen den Forschungsstand und den daraus resultierenden Handlungsbedarf im Hinblick auf unterschiedliche Gruppen älter werdender und älterer Frauen (z.B. behinderte Frauen, pflegende Frauen) sowie wesentliche Aspekte ihrer Lebenssituation (z.B. Einkommenssituation, Konsumverhalten) dar. Ziel dieses Buches ist es, die Vielfalt des weiblichen Alterns zu verdeutlichen und auf weiteren Forschungsbedarf aufmerksam zu machen.

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44 Wacker Nach 10 Jahren Aufenthalt verlieB sie die Einrichtung vorubergehend: "Das war in 38, in der Nazizeit, da bin ieh schnell rausgekommen, in Ptlege. Sonst ware ieh noeh mit umgekommen. Und dort in Ptlege hatte ieh es sehr gut gehabt. Das war cine allein stehende Frau, also nieht verheiratet, allein stehend, hat selbst aueh keine Kinder und hat 23 Kinder grollgezogen. Also von ... " 1942 kam sie wieder zuruck ins Heim, wo sie seitdem wohnt. Zur Zeit des Interviews blickt sie auf 69 Lebensjahre zuruck.

Beide erwiihnen im Interview keine Erlebnisse aus dies em Zeitraum. Nur Frau Mayer berichtet, dass sie als Kind an den Beinen operiert worden sei, "die letzte Operation war 1944", und dann, dass sie bis zur achten Klasse in der Schule war (die damals iibliche Dauer der Schulzeit), ohne dics wciter zu kommentieren. In der Zeit des Dritten Reiches wurden nach der Ideologie der Verhiitung und Vernichtung so genannten "lebensunwerten Lebens" Zwangssterilisierungen legalisiert (Gesetz zur Verhiitung erbkranken Nachwuchses von 1933) und vorgenommen.

Ihre Potenziale, sich zu behaupten oder sich zu widersetzen sind minimal. Unter den sozialen Bedingungen eines Lebens im Heim traditioneller Art standen sie vor Lebenslage und Lebensliiufe alterer behinderter Frauen 51 aHem vor BewaItigungsaufgaben, die man als selbstverstandliche Anpassung an vorgegebene RegeIn und Verhaltensweisen beschreiben kann. Integration war gefragt, aber als Einfugen in den Lebensort Heim, die "Einrichtung fur Ausgeschlossene". 1m dort gegebenen Rahmen konnte und sollte der "berufiiche und soziale Anschluss" hergesteHt, Aufgaben bewaltigt werden und Kommunikation stattfinden.

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